Taktiles Leitsystem für sehbehinderte und blinde Menschen

Die Ausstattung von öffentlichen Freiräumen, befestigten Wegen auf oder in Verkehrsanlagen, öffentlichen Plätzen und Parkanlagen, öffentlichen Gebäuden, Einkaufszentren sowie Bereiche, die öffentlich zugänglich sind (Kundenverkehr) und dgl. mit einheitlichen taktilen Bodeninformationen für sehbehinderte und blinde Menschen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhöhung der Sicherheit und zur Erleichterung ihrer Orientierung Die gesetzliche Grundlage bietet ÖNORM  V  2102-1 i. Im Behindertengleichstellungsgesetz ist vorgeschrieben, ein taktiles Blindenleitsystem zu installieren. Bei Nichtbefolgung drohen empfindliche Strafen.

 

Warum ist ein taktiles Blindenleitsystem so wichtig? Es schafft barrierefreien Zugang, die Betroffenen bleiben selbstständig mobil, das System ist rutschfest, gut tastbar, gut kontrastierend (wichtig bei starken Sehschwächen), das System kann von den fachkundigen Mitarbeitern der Context schnell und einfach installiert werden. Das von uns zum Einsatz gebrachte Blindenleitsystem basiert auf Bodenmarkierungsbänder, die durch ihre Noppen (Waffelmuster) das Erkennen über Fußsohlen und mit Hilfe des Stockes für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen wesentlich verbessern.

Aufmerksamkeitsfeld & Stufenmarkierung

Aufmerksamkeitsfelder sind durch Bodenindikatoren definierte Flächen mit Noppenstruktur. Aufmerksamkeitsfelder weisen auf ein Hindernis hin und sind daher vor Stufen und Rampen mit mehr als 6% Längsneigung zu installieren. Die Stufenmarkierung weist für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen das Hindernis zusätzlich aus. Führt ein Leitstreifen (Tritt- und Setzstufen) auf die Treppe zu, ist immer ein Aufmerksamkeitsfeld vorgesehen.

Handlauf: Stockwerksangabe, Richtung und Fluchtweg

Wenn die Augen nicht sehen können, tun es die Hände. Besonders beim Handlauf ist es wichtig, den Bedürfnissen blinder und sehbehinderter Menschen gerecht zu werden, um eine optimale Orientierung, möglichst ohne unerwartete Hindernisse, sicher zu stellen. Neben Richtung und Stockwerksangabe lassen sich mit dem Handlauf auch die Fluchtwegshinweise taktil umsetzen. Einfache und klare  Wegeführungen im Handlaufbereich erleichtern die Orientierung.

Rampenmarkierung und taktiles Leitsystem

Für Menschen mit Sehbehinderungen ist es besonders wichtig, Hindernisse gut zu erkennen. So sind Stufen- und Rampenmarkierungen  unbedingt  notwendige  barrierefreie  Maßnahmen. Das taktile Leitsystem (sieben Streifen) führt den sehbehinderten und blinden Menschen sicher zur ersten Anlaufstelle, von wo diesem weitergeholfen wird.

Glasflächenverklebung

Schnell werden Glasflächen wie Schaufenster oder Eingangstüren in der Hitze des Gefechts nicht wahrgenommen und man läuft buchstäblich gegen die Scheibe. Glasflächen sind nicht nur für blinde Menschen, sondern auch für Sehbehinderte eine ganz besondere Herausforderung, fehlen bei Glasmarkierungen doch in der Regel auch die erforderlichen Kontraste für eine frühzeitige Erkennung. Glasmarkierungen sind daher besonders wichtig, um Barrierefreiheit zu erzeugen und die Verletzungsgefahr durch übersehene Glasflächen zu reduzieren. 

Richtungswechselfeld

Damit rechtzeitig erkannt wird, wie der Weg verläuft, sind sogenannte Orientierungsfelder erforderlich. Diese weisen auf Richtungswechsel hin.